So pflege ich im Monat Mai meine Kakteen :
Die Temperaturen steigen jetzt in Bereiche, wo die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und Schattieren nicht mehr ausreichen. An warmen, sonnigen Tagen muss ausreichend gelüftet werden. Jetzt montiere ich die automatischen Fensterheber und öffne eventuell die Gewächshaustür. Die Frühbeetfenster werden tagsüber geöffnet um frische Luft und UV-Licht an Mammillarien, Echinocereen und Notocacteen zu lassen. Mit entsprechender Bedornung wird man später belohnt.
Nun ist es an der Zeit, mit dem Pfropfen zu beginnen. Die Morgenstunden sind dafür am besten geeignet. Ich stelle meine frischen Pfropfungen unter die Gewächshaustische und erreiche dadurch eine Anwachsrate von bis zu 90 Prozent bei Sämlingspfropfungen auf Pereskopsis, und 95 Prozent bei Pfropfung auf Harrisia jusberti und Echinopsis. Wichtig ist das alle geplanten Pfropfungen auf Harrisia im Mai durchgeführt werden, da nur jetzt mit optimalen Erfolgen gerechnet werden kann. Später im Jahr wird die Anwachsrate schlechter. Pfropfen auf Echinopsis ist in der gesamten Vegetationsperiode unproblematisch. Nach 10 Tagen entferne ich die Gummiringe, und schattiere die Pflanzen bis zum Neutrieb. Für plötzliche Kälteeinbrüche halte ich immer eine elektrische Wärmeunterlage bereit, wobei diese aber nur bei Sämlingspfropfungen auf Pereskopsis wichtig ist.
Bei Neumond schneide ich Stecklinge, und plane drei Wochen Abtrocknung an einen trockenen Platz zu Hause ein. Danach kommen die Stecklinge wieder ins Gewächshaus unter die Tische, wo sie ohne weiteres Wurzeln treiben.
Wichtig ist es immer die Pflanzen auf Schädlingsbefall zu untersuchen, und gegebenfalls schnell einzugreifen.
Eins sollte man auch diesen Monat nicht vergessen. Ariocarpen brauchen um wachsen zu können Wasser. An warmen, sonnigen Tagen ist gegen ein gelegentliches überbrausen nichts einzuwenden. Man muss aber den Pflanzen immer genügend Zeit zum Abtrocknen lassen.
Vorsicht bei tiefen Rübenwurzlertöpfen !