Mein Substrat
Ich nehme stark lehmhaltige Erde, Kies mit einer Körnung von 3 - 4 mm und Blähschiefer. Alles zu je einem Drittel. Für Kakteenarten die Humus vertragen mische ich noch etwas torfhaltige Blumenerde zu.
Meine Veredlungsunterlagen
Ich bevorzuge überwiegend Echinopsiskindel und Harrisia jusberti. Echinopsis sind ideal, da sie überall leicht zu bekommen sind, und niedrige Überwinterungstemperaturen vertragen. Sie sind also erste Wahl für Ariocarpus und ähnliche Arten. In den ersten Jahren benötigen sie aber etwas mehr Pflege, da regelmäßig die Kindel entfernt werden müssen. Mit fortschreitender Verkorkung kann die Unterlage dann tiefer im Substrat versenkt werden, so das die Veredlungsstelle gerade noch über der Oberfläche liegt. So erhalten wir nach einigen Jahren Pflanzen die kaum von wurzelechten Kulturen zu unterscheiden sind.
Harrisia jusberti nehme ich gern für Discocactus und Uebelmannia, da dise Arten höhere Überwinterungstemperaturen benötigen.
Für Sämlingspfropfungen verwende ich fast ausschließlich Pereskiopsisstecklinge. Die besten Ergebnisse habe ich ab April, an Tagen wo die Temperatur im Gewächshaus auf nur ca 30 Grad steigen wird. Ich pfropfe morgens bis 11.00 Uhr, stelle die Pflanzen danach unter die Tische, begieße den Gewächshausboden mit reichlich Wasser und schließe Fenster und Türen. So erziele ich eine Anwuchsrate von 99 Prozent.

Ariocarpus scapharostrus auf Echinopsis Uebelmannias; Discocacten und Ariocarpen auf Harrisia jusberti
zwei Jahre alte Ariocarpus trigonus auf Pereskiopsis
Zum Thema Hypokotylpfrophung:
Mehrere Beiträge im WWW gaben mir den Anstoß es einmal damit zu versuchen. Im Jahr 2003 säte ich deshalb einige Ariocarpen und Echinopsis zur gleichen Zeit aus. Noch bevor die kleinen Sämlinge die ersten Dornen bildeten schnitt ich sie in der Mitte durch, und setzte die halben Ariocarpen direkt ins Hypokotylgewebe der Echinopsen. Am nächsten Morgen sahen alle 10 Sämlinge noch frisch und straff aus was mich sehr optimistisch stimmte. Nach 4 Wochen sah das Ergebnis dann schon nicht mehr so gut aus. Die Hälfte der Ariocarpen hatten neue Wurzeln gebildet, ein Sämling war vertrocknet und die restlichen vier waren kaum gewachsen. Das Experiment war für mich gescheitert. Ich pikierte die vier Minipfropfungen in die normalen Sämlingsschalen und schenkte ihnen keine Beachtung weiter. Im nächsten Jahr stellte ich dann doch ein etwas besseres Wachstum fest. Den Rückstand zu den wurzelechten Pflanzen haben sie mehr als aufgeholt. Man darf dabei aber nicht vergessen, das die wurzelechten Ariocarpen ein Drittel ihrer Körpermasse unter der Substratoberfläche aufbauen. Im Jahr 2005 möchte ich nun doch noch einen Versuch starten.

Hypokotylpfropfung 1 Jahr alt Ariocarpen gleicher Aussaat zum Vergleich

Pflanzen 3 Jahre alt Die Rübenwurzel fehlt vollständig

4 Jahre alte Ariocarpen mit natürlichem Wurzelsystem
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