Ariocarpus retusus am Standort in 06712 Zeitz
 

Ein schönes Hobby haben wir da. Es ist ansteckend und hat es einen erstmal infiziert, lässt es einen oft nicht wieder los. Ich bin im Alter von 17 Jahren über meinen ersten Kaktus gestolpert. Ein Gymnocalycium baldianum lag einfach so auf der Straße. Irgend jemand hatte da seine kleine Sammlung vom Fensterbrett geschubst. Ich nahm ihn mit nach Hause. Lange sollte mein erster Kaktus aber nicht alleine bleiben. Ich durchkämmte alle erreichbaren Blumengeschäfte und so ging die Vergesellschaftung rasch voran. Themenbezogene Literatur wurde gewälzt, und bald begann ich mich für das Besondere und Seltene zu interessieren. Jetzt war das Ende meiner Fensterbrettgärtnerei besiegelt. Nun baute ich ein Frühbeet und begann Kakteen auszusäen. Erst waren es Rebutien und Astrophyten, später folgten Ariocarpus und Obregonia. Immer wieder mischte ich meine Erde neu, bis ich eine brauchbare Mischung fand, und sich meine Verluste bei der Sämlingsaufzucht in Grenzen hielten. Das ideale Substrat suche ich aber immer noch. Mittlerweile pflege ich meine Pflanzen in zwei kleinen Gewächshäusern von denen ich eins im Winter beheize. Das erspart mir jedes Jahr mehrere Tage Zeit für das Hin und Herräumen der Pflanzen im Herbst und Frühjahr.                          Ich bin der Meinung das meine Lieblinge, die Ariocarpen, gar nicht so schwer zu pflegen sind. Leider schrecken die etwas höheren Preise viele Interessenten ab, es einmal mit dieser interessanten Gattung zu probieren. Darum habe ich es mir zur Lebensaufgabe gemacht Ariocarpen und andere seltene Kakteenarten gezielt zu vermehren und dann die überzähligen Pflanzen zu bürgerlichen Preisen weiterzugeben. Dies soll auch mein Beitrag zum Schutz der Gattung am natürlichen Standort sein. 

Mein Tipp: Jeder der die Möglichkeit hat sich ein Frühbeet oder besser ein Gewächshaus zu bauen, sollte es einmal mit Ariocarpen versuchen. Tipps zur Pflege gebe ich gern weiter.